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Element 1. Gewaltfreie Kommunikation

19/4/2019

by

Nabhomani Kirsten

Dieser Text ist dem Buch "Gewaltfreie Kommunikation, Eine Sprache des Lebens", zum Zwecke dieser Buchempfehlung entnommen.

Der Link zum Fachverband: https://www.fachverband-gfk.org

Der Link zu Wikipedia: Wikipedia. Gewaltfreie Kommunikation

1. Geld

Geld ist in unserer Gesellschaft eine der wichtigsten Formen von Belohnung, die wir von aussen bekommen. Wenn wir eine Wahl treffen aus dem Wunsch nach einer Belohnung heraus, kann das teurer werden, denn Belohnungen nehmen uns die Freude, die dann entsteht, wenn unsere Handlungen ihre Wurzeln in der eindeutigen Absicht haben, zur Erfüllung menschlicher Bedürfnisse beizutragen. Geld ist kein Bedürfnis, so wie wir Bedürfnisse in der GFK definieren; Geld ist eine der unzähligen Strategien, die möglicherweise gewählt werden, um ein Bedürfniss zu erfüllen.

2. Bestätigung

Wie Geld so ist auch die Bestätigung von anderen eine Form der Belohnung, die von aussen kommt. Unsere Kultur hat uns einen Hunger nach Belohnung anerzogen. Wir haben Schulen besucht, die mit extrinsischen Mitteln unsere Lernmotivation erhöhen wollten; wir sind in Elternhäusern aufgewachsen, wo wir dafür belohnt wurden, brave kleine Jungs oder Mädels zu sein, und wir wurden bestraft, wenn die Erwachsenen uns für böse hielten. So passiert es uns als Erwachsene ganz leicht, dass wir uns einreden, dass Leben bestünde daraus, etwas für eine Belohnung zu tun.

Wir sind süchtig nach einem Lächeln, einem wohlwollenden Schulterklopfen und den verbalen Urteilen anderer Leute, dass wir "gute Menschen", "gute Eltern", "gute BürgerInnen", "gute ArbeiterInnen", "gute FreundInnen" usw. sind. Wir handeln aus dem Wunsch heraus, andere dazu zu bringen, uns zu mögen – und vermeiden andererseits Handlungen, die vielleicht dazu führen könnten, dass sie uns ablehnen oder bestrafen.

Ich finde es tragisch, dass wir uns so sehr dafür anstrengen, Liebe zu erkaufen, und das wir davon ausgehen, wir müssten uns selbst verleugnen und tun, was andere von uns verlagen, um gemocht zu werden. Es ist vielmehr so; Handeln wir einzig und allein aus einer lebensspendenden Energie heraus, dann werden wie feststellen, dass andere Menschen uns Wertschätzung entgegenbringen. Ihre Wertschätzung ist jedoch nur ein Rückmeldungsmechanismus, der uns zeigt, dass unsere Bemühungen zum gewünschten Ergebnis geführt haben. Wir feiern Wertschätzung für unsere Wahl, unsere ganze Kraft für das Leben einzusetzen, und dass uns das auch gelungen ist. Doeses Feiern schenkt uns eine so unverfälschte Freude, wie sie uns die Bestätigung anderer niemals geben kann.

3. Um einer Bestrafung zu entgehen.

Manche Leute zahlen in erster Linie deshalb steuern, weil sie einer Bestrafung entgehen möchten. Als Konsequenz daraus sehen wir diesem alljährlichen Ritual mit einem gewissen Widerwillen entgegen. Ich erinnere mich jedoch noch gut daran, wie anders mein Vater und mein Großvater zum Thema Steuern standen. Sie waren aus Russland in die Vereinigten Staaten eingewandert, und es lag Ihnen sehr am Herzen, einen Staat zu unterstützen, von dem sie glaubten, dass er seine Bürger auf eine Weise schützt, wie es der russische Zar damals nicht da. Wenn sie an die vielen Menschen dachten, deren Sozialhilfe von ihren Steuern bestritten wurde, dann waren sie tief beglückt, wenn sie der US-Regierung ihre Steuern bezahlten.

4. Um uns nicht zu schämen

Es kann sein, dass wir uns entscheiden, Aufgaben zu erledigen, damit wir uns nicht schämen. Erledigen wir sie nicht, wissen wir genau, dass es in heftigen Selbstvorwürfen enden wird; dann werden wir wieder unsere eigene Stimme hören, die uns sagt, was mit uns nicht stimmt oder wie blöd wir sind. Wenn wir einzig und allein aus dem Drang, uns nicht schämen zu wollen, etwas tun, werden wir es normalerweise letztendlich verabscheuen.

5. Um uns nicht schuldig zu fühlen

Bei anderen Gelegenheiten denken wir vielleicht “Wenn ich das nicht tue, ist man von mir enttäuscht.“ Wir haben Angst davor, uns im Endeffekt schuldig zu fühlen, weil es uns nicht gelungen ist, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich für andere etwas tue, damit ich mich nicht schuldig fühle, oder ob ich es aus einem klaren Bewusstsein heraus tue, damit ich damit mein Bedürfnis erfüllen möchte, zum Glück anderer Menschen beizutragen. Im ersten Fall leben wir in einer leidvollen Welt, im zweiten Fall in einer Welt voll spielerischer Freude.

6. Aus Pflichtgefühl heraus

Wenn unser Sprachgebrauch Wahlmöglichkeiten leugnet, zB. durch Worte wie "solltest", "müsst", "du hast zu..." "dürfen", "nicht können", "es wird erwartet" usw., dann wird unser Verhalten von einer vagen Empfindung von Schuld, Verpflichtung oder Gezwungensein bestimmt. Ich halte es für die gesellschaftlich gefährlichst und persönlich leidvollste Art zu handeln, wenn wir von unseren Bedürfnissen abgeschnitten sind.

Im zweiten Kapitel haben wir gesehen, wie die Vorstellung von einer "Amtssprache" Adolf Eichmann und seinen Kollegen erlaubte, Zehntausende von Menschen in den Tod zu schicken, ohne davon emotional berührt zu werden oder sich einer persönlichen Verantwortung bewusst zu sein. Wenn wir uns in einer Sprache ausdrücken, die Wahlmöglichkeiten leugnet, dann opfern wir das Lebendige in uns für eine roboterhafte Mentalität, die uns von unseren eigenen Wurzeln abschneidet.

Wenn Sie die Liste überprüfen, die Sie erstellt haben, entscheiden Sie sich vielleicht dafür, bestimmte Dinge nicht mehr zu tun, aus derselben Energie heraus, die mich dazu bewog, von den Patientenberichten Abstand zu nehmen (Siehe vorhergehende Kapitel). So radikal es auch klingen mag, es ist möglich, nur aus spielerischer Freude heraus zu handeln. In dem Maß, wie wir uns von Moment zu Moment in der spielerischen Freude der Lebensbereicherung engagieren – einzig und allein motiviert durch diesen Wunsch, das Leben zu bereichern –, in dem Maße ging auch einfühlsamen mit uns selbst um.

Hier noch ein kurzer Filmausschnitt zum Thema Wertschätzung.

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Viele Grüße 

von ganzem Herzen

Nabhomani Kirsten

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